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Jetzt veröffentlichtes Urteil aus Gießen — Esel beißt in Sportwagen

28 Apr 2018 | Alle Kategorien, Verkehrsrecht

Dem nun­mehr Anfang April 2018 ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Land­ge­richts Gie­ßen (Urteil vom 08.05.2017, Az. 4 O 110/17) lag der Sach­ver­halt zugrun­de, dass ein Esel in einen Luxus­sport­wa­gen biss und damit einen Scha­den in Höhe von über 5.000,- EUR verursachte.

Der Klä­ger fuhr mit sei­nem McLa­ren auf einem Park­platz rück­wärts in Rich­tung eines ein­ge­zäun­ten Grund­stücks. Hin­ter dem Zaun befand sich ein Esel, der sodann sei­nen Kopf durch den Zaun streck­te und zwei Mal herz­haft in das Heck des Sport­wa­gens biss. Dem Fahr­zeug­hal­ter ent­stand dabei ins­ge­samt ein Scha­den in Höhe von 5.168,05 EUR.

Mit der Kla­ge ver­lang­te der Klä­ger von dem Hal­ter des Esels die Repa­ra­tur­kos­ten sowie die Miet­wa­gen­kos­ten. Im Rah­men der gericht­li­chen Ver­hand­lung trat der Esel­hal­ter dem Klä­ger mit dem Argu­ment ent­ge­gen, der Klä­ger habe sein Fahr­zeug vor einer Wei­de geparkt. Der Klä­ger müs­se sich daher ein Mit­ver­schul­den anrech­nen lassen.

Letz­ten Endes gab das Land­ge­richt Gie­ßen in sei­ner Ent­schei­dung dem Fahr­zeug­hal­ter Recht und sprach ihm den gel­tend gemach­ten Scha­dens­er­satz zu. Als Grund­la­ge für die Haf­tung des Esel­hal­ters war nach Ansicht des Land­ge­richts § 833 Satz 1 BGB her­an­zu­zie­hen. Der am Ver­fah­ren betei­lig­te Esel sei als sog. Luxus­tier im Sin­ne von § 833 Satz 1 BGB ein­zu­stu­fen. Der Haf­tungs­aus­schluss für Nutz­tie­re nach § 833 Satz 2 BGB kom­me daher vor­lie­gend nicht zur Anwendung.

Abschlie­ßend sah das Land­ge­richt Gie­ßen auch kein Mit­ver­schul­den in dem Ver­hal­ten des Klä­gers — weder auf­grund des Par­kens vor einer Wei­de noch wegen der von sei­nem Fahr­zeug grund­sätz­lich aus­ge­hen­den Betriebsgefahr.

Andre­as Tho­m­al­la
Rechts­an­walt | Augsburg